Drei Tage in Quiberon

3-tage-in-quiberon-2018-filmplakat-rcm150x212Donnerstag, 02.08.2018 bis Mittwoch, 08.08.18 täglich um 19:45 Uhr
1981 gab Romy Schneider auf dem Höhepunkt ihrer Karriere dem Stern-Journalisten Michael Jürgs (Robert Gwisdek) und dem Fotografen Robert Lebeck (Charly Huber) eines ihrer seltenen deutschen Interviews. Romy Schneider hatte sich an den bretonischen Küstenort Quiberon zurückgezogen, um von ihrem exzessiven Alkohol- und Tablettenkonsum los zu kommen. Als ihre Kindheitsfreundin Hilde Fritsch (Birgit Minichmayr) für ein paar Tage anreiste, wusste diese noch nichts von dem bevorstehenden Interview. Die Regisseurin Emily Atef (Das Fremde in mir) gewährt mit ihrem fast kammerspielartigen Schwarz-Weiß- Film eine kurze Momentaufnahme der Gedanken- und Gefühlswelt Romy Schneiders, bevor diese ein Jahr später starb. Der Film war auf der Berlinale für den deutschen Filmpreis nominiert und hätte ihn allein für die schauspielerischen Fähigkeiten von Marie Bäumler verdient, die kongenial das Ungekünstelte, Verletzliche und Verführerische von Romy Schneider verkörpert.

Fridas Sommer

Donnerstag, 13.09.18 bis Mittwoch, 19.09.18 täglich um 19.45 Uhr
Der erste Film der spanischen Regisseurin und Drehbuchautorin Carla Simon erzählt von dem Sommer in dem die sechsjährige Frida, nach dem Tod des Vaters vor einiger Zeit nun auch ihre Mutter (HIV) verliert. Sie zieht von der Großstadt Barcelona aufs Land zu der Familie ihres Onkels. Erst langsam gewöhnt sie sich an die neue Situation und Umgebung. Mit ihrer jüngeren Cousine Anna erkundet sie die idyllische Gegend und alles scheint gut. Doch plötzliche Gefühlsausbrüche zeigen ihre labile Gefühlslage. Der Film zeigt auf sehr einfühlsame Weise aus dem Blickwinkel Fridas, wie sie den Verlust, der Trauer und der neuen Identitätssuche bewerkstelligt. Unter anderem bekam der Film 2017 in Cannes den Großen Preis der Internationalen Jugend-Jury.

 

Was werden die Leute sagen?

Donnerstag, 04. Oktober 2018
Die fünfzehnjährige Nischa lebt mit ihrer pakistanischen Familie in Norwegen. Sie spielt Basketball, hat Freunde und ist verliebt. Gleichzeitig ist sie die brave pakistanische Tochter, die scheinbar nicht von einer westlichen Lebensweise beeinflusst ist. Nischa gelingt die Gratwanderung zwischen den Kulturen bis sie von ihrem Vater mit einem Jungen erwischt wird. Die Familie entführt sie nach Pakistan zu Verwandten, um ein Exempel zu statuieren. Für Nischa, die keine Rebellin ist, wird der Konflikt zwischen Familie, Traditionen und ihrem eigenen Lebensentwurf unerträglich. Doch auch ihr Vater merkt, dass er eigentlich viel liberaler ist und mit seiner restriktiven Entscheidung die Hoffnung auf ein besseres westliches Leben verrät. Spannend und einfühlsam beleuchtet der Film die vielschichtigen Charaktere. Ein aktuelles und sehenswertes Statement, dem die eigenen Erfahrungen der iranisch-norwegischen Regisseurin Iram Haq zu Grunde liegen.

 

 

Alles ist gut

Donnerstag, 01.11.2018
Janne und Piet sind beruflich und privat ein Paar, die einen Neuanfang in der Provinz wagen, nachdem der gemeinsame Verlag Konkurs anmelden musste. Alles ist in die Wege geleitet und Janne fährt zu einem Klassentreffen nach Hause. Dort trifft sie zufällig auf Martin, den sie nicht kennt. Auf dem Nachhauseweg wird er zudringlich und ehe sie zwischen Scherz, Ungläubigkeit und defensiver Ablehnung alle Register zieht, ist es passiert. Da sie kein Opfer sein will, ignoriert sie das Geschehen, bis es immer schwieriger wird die Wahrheit zu sagen. Sie kommet immer weniger damit zurecht die ihr angetane Gewalt zu verarbeiten. Martin, der Verantwortung übernimmt und alles am liebsten ungeschehen machen würde, ist keine Hilfe. Der Film stellt Fragen nach dem Rollenverständnis von Frau und Mann nach Schuld und Verantwortung. Ein guter Film über ein aktuelles schweres Thema.

 

Familie Brasch

Sonntag, 11.11.2018, Matinée
Die Regisseurin Annekatrin Hendel schildert in ihrer Dokumentation eine der schillerndsten Funktionärsfamilien der DDR. Im Exil in London lernt der jüdisch- katholische Horst Brasch seine Frau Gerda kennen. Mit ihr zieht der glühende Kommunist nach Ost-Berlin um seinen Traum vom real existierenden Sozialismus zu verwirklichen. Seine drei Söhne sehen dies kritisch und der Konflikt erreicht seinen Höhepunkt, als Horst Brasch mittlerweile hoher Kulturfunktionär seinen ältesten Sohn 68 inhaftieren lässt. Sein Jugendfreund der Schriftsteller Christof Hein, die Liedermacherin Bettina Wegner, Katharina Thalbach und seine Schwester die Radiomoderatorin und Autorin Marion Brasch kommen im Film zu Wort und machen den Film zu einem der spannendsten Zeitdokumente.