zeitlupe Kempten e.V.

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film des monats

der junge mit dem fahrrad

Der fast 12 jährige Cyril will nicht wahrhaben, dass ihn sein Vater in einem Kinderheim zurück gelassen hat. Allein sein Fahrrad ist ihm geblieben, das ihm Samantha, die Friseuse aus dem Wohnblock vorbei bringt. Sie versucht mit ihrer Wärme und Zuwendung gegen die Wut  und den Trotz des Jungen anzukämpfen, der verzweifelt nach seinem Vater sucht. Als Cyril schließlich resigniert und sich mit einem  kleinen Vorort-Dealer einlässt, gerät er fast noch auf die schiefe Bahn…Nüchtern und sehr intensiv zugleich werden die Empfindungen des Jungen geschildert, dessen Vertrauen immer wieder enttäuscht wird und der dennoch erkennt, dass es anderer Menschen bedarf, um im Leben klar zu kommen. Mit dem Film ist den Dardennes -Brüdern wieder einmal ein origineller, witziger und sehr warmherziger Film gelungen, der letztes Jahr in Cannes den großen Preis der Jury erhielt.

Start: 7. Juni 2012

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barbara

Im Sommer 1980 stellt die junge Ärztin Barbara einen Ausreiseantrag aus der DDR in den Westen. Als Reaktion darauf wird sie von Berlin in ein kleines Krankenhaus in der mecklenburgischen Provinz versetzt. Gemeinsam mit ihrem westdeutschen Freund plant Barbara ihre Flucht. Sie ist sich bewusst, dass ihre Kontakte überwacht werden, ihr Leben weiterhin für die Stasi von Interesse ist. Offenkundig und verdeckt mischt sich die immer wieder ein. Als sich Andre, ihr Kollege und Vorgesetzter an der Klinik, für sie interessiert, reagiert Barbara abweisend und misstrauisch. Während sie ihn für sein Engagement langsam schätzten lernt, bleibt für sie sein Verhältnis zur Stasi und damit seine Vertrauenswürdigkeit lange ungeklärt. Christian Petzold bekam auf der Berlinale  für „Barbara“ den verdienten silbernen Bären für die beste Regie.  Seine zugleich sparsame und differenzierte Filmdramaturgie macht deutlich, dass es ihm nicht allein um einen spezifischen DDR Alltag geht, sondern um die Frage, wie in einer doppelbödigen Gesellschaft dennoch Vertrauen, Fürsorge und Liebe gewagt und gelebt werden können.

Start: 5. Juli 2012

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the music never stopped

Mit seinem Vater verbindet Gabriel die Welt der Musik. Als er sich in den 60er Jahren der Anti-Vietnam-Bewegung anschließt, unterscheiden sich Klangwelten und Werte der beiden. Nach einem Streit kommt es zum Bruch mit den Eltern. Zwanzig Jahre später, liegt Gabriel mit einem Gehirntumor im Krankenhaus. Nach der OP hat u. a. sein Gedächtnis gelitten. Eine Therapeutin entdeckt, dass die Musik in der Lage ist, seine Erinnerungen zurückzuholen. In dieser Situation besinnt sich der Vater auf ihre einstige gemeinsame Leidenschaft. Nachdem er die damalige Musikbiografie abgearbeitet hat, versucht er die jüngsten Musikvorlieben seines Sohnes zu verstehen und entdeckt ungeahnte Qualitäten. Der Film zeigt ohne Pathos und Sentimentalitäten auf dennoch anrührende Weise die Macht der Musik, die die Denkweisen des Vaters verändert und Versöhnung stiftet und erzählt nebenbei von der Entstehung unserer Emotionen. Neben dem großartigen Abriss der Rock- und Popgeschichte der sechziger und siebziger Jahre erzählt er auch von den tiefgreifenden Veränderungen der amerikanischen Gesellschaft - trotz Tragik ein großartiger optimistischer Gute- Laune - Film.

Start 02. August 2012

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