Vier ganz unterschiedliche Frauen finden sich in einem verwunschenen Garten vor den Toren Teherans wieder. Er ist Refugium, Paradies, Ort des Rückzugs und Utopie. Alle sind auf irgendeine Weise Opfer des patriachal geprägten Islams im Iran. Der Film beginnt 1953 während des Putsches als der Schah an die Macht kam. Er basiert auf einem Roman von S. Parsipur, der im Iran verboten ist. Es ist der erste Film (Silberne Palme für die beste Regie in Cannes) der bekannten iranischen Künstlerin Shirin Neshat, die vor allem durch ihre Fotografien „Women of Allah“ bekannt geworden ist. Wie auch in ihren Videos sind die Filmsequenzen sehr kontrastreich. So wechseln schwarzweiß Aufnahmen von Demonstrationen mit Dokumentarcharakter teils mit koloriert traumhaft anmutenden Passagen ab, die allesamt genau komponiert sind. Neben den eindrücklichen individuellen Frauenportraits ein ästhetisches Vergnügen!
2. bis 8. September täglich um 17:00 und 19:45




Aaron, ein orthodoxer Jude lebt mit seiner Frau und den vier Kindern in Jerusalem. Nach dem Tod des Vaters eröffnet er wieder die familieneigene Fleischerei. Als er den jungen, ebenfalls jüdischen, homosexuellen Studenten Ezri als Aushilfe einstellt, verliebt er sich in ihn. Zunächst sieht Aaron dies als religiöse Herausforderung an, doch als seine Gefühle erwidert werden, gerät er immer mehr in Konflikt zwischen dem verbotenen Ausleben seiner Leidenschaft und seinem Leben in der streng orthodoxen Gemeinschaft. Die einfache und zugleich dichte Erzählweise von Haim Taberkman lässt die enge Atmosphäre einer rigiden gesellschaftlichen Gruppe mit ihren strengen Regeln deutlich werden. Eindrücklich zeigt der Film die Mechanismen und Folgen der Ausgrenzung. Der Film beeindruckt durch seine stilsichere Bildsprache.
„Onkel Boonmee“ erzählt von den letzten Tagen eines Mannes in Nordthailand, der sich um das gute Karma für sein nächstes Leben sorgt. Er lässt sein bisheriges Leben Revue passieren und ganz selbst verständlich gesellt sich seine längst verstorbene Frau zu ihm. Auch sein verschollener Sohn erscheint, allerdings als affenähnliches Wunderwesen. Die Grenzen zwischen Magie und Realität, Geistern und Widergängern, Mythen und Zeiten sind fließend. Mit feinem Humor hat der thailändische Regisseur Weerasethaku einen bunten, befremdlichen, zugleich verträumten und ruhigen Film geschaffen, der durch seine ganz eigene Surrealität bezaubert. Nebenbei ist ihm ein umwerfend liebevoller und sehr friedfertiger Film gelungen. Der Film ist im besten Sinne ungewöhnlich. Er wurde in Cannes mit der goldenen Palme ausgezeichnet.