Capernaum, Stadt der Hoffnung

Donnerstag, 02.05.2019 bis Mittwoch, 08.5.19, täglich um 19:30 Uhr
Der Film ist nach dem der biblische Ort Capharnaüm am See Genezareth benannt, der dem Wortsinn nach Chaos bedeutet. Der zwölfjährige Zain lebt in chaotischen Umständen, die er nicht schicksalsergeben akzeptieren möchte. in Rückblenden wird erzählt wie Zain in einer Großfamilie im Armenviertel von Beirut aufwächst. Als seine wenig ältere Lieblingsschwester an den Vermieter verkauft wird, läuft er von zuhause fort. Zunächst findet er Unterschlupf bei der jungen Äthiopierin Rahil und ihrem einjährigen Kind. Doch als Rahil wegen fehlender Ausweispapiere inhaftiert wird, wird der tägliche Überlebenskampf für Zain und das Baby lebensbedrohlich. Die libanesische Regisseurin Nadine Labaki hat in jahrelanger Arbeit mit Laiendarstellern vor Ort den Film entwickelt. Sie schildert nüchtern ohne Sentimentalität und Zynismus den ausweglosen Überlebenskampf jenseits von jeglichen Menschrechtskonventionen, in dem vor allem Kinder kaum eine Chance haben. In Cannes gewann der kluge und mehr als bewegende Film den Großen Preis der Jury und wurde mit Standing Ovations bedacht.

Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit

Donnerstag, 13.06.2019 bis Mittwoch, 19.06.19 täglich um 19:45 Uhr
In seinem neuen Film beschäftigt sich der Regisseur und Maler Julien Schnabel (Schmetterlinge und Taucherglocke, Basquiat) mit den letzten Jahren Van Goghs. Als dieser sich nach wenig erfolgreichen Jahren in Paris in der Provence niederlässt sucht er einen Neuanfang. Hier findet er im gleißenden Licht des Südens seine satten Farben der Sonnenblumen und Landschaften unter knallblauem Himmel. Doch auch hier trifft er auf Unverständnis und Ausgrenzung. Selbst der Besuch seines Freunde Paul Gauguin (Oscar Isaac) und die liebevolle Unterstützung seines Bruder Theo (Rupert Friend) können die dunklen Phasen seines Gemütszustandes nicht aufhalten. Mit seinem Blick als Künstler findet Julien Schnabel wunderschöne, ungewöhnliche und eindringliche Bilder. Vor allem aber die kongeniale Verkörperung Van Goghs durch Willem Dafoe machen das Ringen des mittellosen, verkannten Künstlers sichtbar, der von sich sagte: „Vielleicht bin ich ein Maler für Menschen, die noch nicht geboren sind

Das Haus am Meer

Start am Donnerstag, 11.07.2019
Das Haus von Maurice steht in einer kleinen Bucht in den Felsen der Calanques bei Marseille. Es ist ein verlassenes Paradies. Sein Sohn Armand versucht das Familienrestaurant für die Verbliebenen der einst lebendigen Dorfgemeinschaft weiterzuführen, wo es mittlerweile lukrativer ist im Sommer an Touristen zu vermieten, als selbst dort zu wohnen. Neben einigen wenigen Fischern beleben patrouillierende Soldaten auf der Suche nach Bootsflüchtlingen den kleinen Hafen. Als Maurice einen Schlaganfall hat, treffen seine weiteren Kinder ein: Joseph, der ehemalige Gewerkschaftsführer und wenig erfolgreicher Autor mit junger Freundin und Angèle, eine mittlerweile bekannte Schauspielerin. Als Flüchtlingskinder auftauchen bekommt das Geschehen eine aktuelle Brisanz und Familiendynamik. Der französische Regisseur Robert Guédiguian thematisiert mit seinem Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft die Frage nach dem gesellschaftlichen und privaten Zusammenhalt. Mit seinem differenzierten und genauen Blick auf aktuelle Lebensumstände ist ihm ein feinfühliger, melancholisch, zeitlos schöner Film gelungen.

Wenn Fliegen träumen

Start am Donnerstag, 08.08.2019
Die depressive Hannah und die einsame Psychotherapeutin Nadja sind Halbschwestern und lernen sich erst nach dem Tod ihres Vaters kennen, der ihnen ein altes, rotes Feuerwehrauto und ein Haus in Norwegen vermacht hat. Nach Anfangsschwierigkeiten machen sie sich auf den Weg. Mit jedem weiteren Kilometer an Wodka und Tabletten und einem Spanier, der nach Finnland will, wird die Reise immer skurriler, denn Nadjas Therapiegruppe macht sich Sorgen und beschließt sie zu suchen. So begibt sich eine Gruppe gestrandeter Persönlichkeiten auf Verfolgungsjagd. Die Schauspielerin Katharina Wackernagl und ihr Bruder Jonas Grosch, die gemeinsam das Drehbuch schrieben, zeigten den Film, der ohne jegliche Filmförderung entstand, zur Premiere letztes Jahr auf den Hoferfilmtagen. Das komödiantische Roadmovie sprüht vor kuriosen Einfällen. Hier ist der Weg das Ziel. Ein bisschen lakonischer Kaurismäki, magisch- phantastischer Bulgakov und viel Spaß an schrägen Charakteren und wenn dann noch Fliegen träumen…