Capernaum, Stadt der Hoffnung

Start 02.05.2019
Der Film ist nach dem der biblische Ort Capharnaüm am See Genezareth benannt, der dem Wortsinn nach Chaos bedeutet. Der zwölfjährige Zain lebt in chaotischen Umständen, die er nicht schicksalsergeben akzeptieren möchte. in Rückblenden wird erzählt wie Zain in einer Großfamilie im Armenviertel von Beirut aufwächst. Als seine wenig ältere Lieblingsschwester an den Vermieter verkauft wird, läuft er von zuhause fort. Zunächst findet er Unterschlupf bei der jungen Äthiopierin Rahil und ihrem einjährigen Kind. Doch als Rahil wegen fehlender Ausweispapiere inhaftiert wird, wird der tägliche Überlebenskampf für Zain und das Baby lebensbedrohlich. Die libanesische Regisseurin Nadine Labaki hat in jahrelanger Arbeit mit Laiendarstellern vor Ort den Film entwickelt. Sie schildert nüchtern ohne Sentimentalität und Zynismus den ausweglosen Überlebenskampf jenseits von jeglichen Menschrechtskonventionen, in dem vor allem Kinder kaum eine Chance haben. In Cannes gewann der kluge und mehr als bewegende Film den Großen Preis der Jury und wurde mit Standing Ovations bedacht.