Timbuktu

timbuktuKeine Musik, keine Zigaretten, kein Fußball, kein außerehelicher Sex, der mit Steinigung bedroht wird. Das ist der Alltag in Timbuktu, einer Stadt am Rande der Sahara, als 2012 Islamisten versuchten, in Mali die Herrschaft zu erlangen. Die Härte und Gewalt, die langsam in den Alltag einziehen, werden von Anfang an nicht ausgespart. Dennoch entlarvt der Film mit seinem distanziert lakonischen Blick die Unfähigkeit der Islamisten. Kleinlaut müssen sie von dannen ziehen, als der Imam sie davon abhält, mit Waffen und Schuhen das Haus Gottes zu betreten. Die Zerstörung der ehemals friedlichen Ordnung durch fanatische Ideologen wird am Schicksal von Kidane gezeigt, der mit seiner Familie in den Dünen nahe Timbuktus lebt. Als er unglückseliger Weise einen Fischer tödlich verletzt, wird er verurteilt. „Timbuktu“ vermittelt dem Zuschauer das Lebensgefühl einer anderen Kultur: ruhig, geradezu verlangsamt, unprätentiös, stellenweise humorvoll, mit märchenhaft wunderschönen Landschaftsbildern. Ein einzigartiges Plädoyer für Würde, Widerstand und Toleranz. Der Film ist für den besten ausländischen Film nominiert.

Ab Donnerstag, den 09.04.15 bis einschließlich Mittwoch, den 15.04.15, täglich um 19:45 Uhr.