Gundermann

Sonntag, 24.03.2019 – Matinée
Der neueste Film von Andreas Dresen (Wolke Neun) ist dem 1998 im Alter von 43 Jahren verstorbenen Liedermacher Gerhard Gundermann gewidmet, der einer der widersprüchlichsten Personen der DDR war. Neben seinem Beruf als Baggerfahrer begann er in den Achtzigerjahren mit seinen poetischen, einfühlsamen und kritischen Texten mit seiner Band „Brigade Feuerstein“ durch die Clubs zu tingeln. Direkt und ehrlich nahm er kein Blatt vor den Mund, was ihn seine SED Mitgliedschaft kostete. Doch Gundermann fühlte sich der sozialistischen Ideologie verbunden und arbeitet bis 1984 als IM bei der Stasi, bis er „wegen prinzipieller Eigenwilligkeit“ entlassen wurde. Der Schauspieler Alexander Scheer verkörpert sehr passend die Figur des kauzigen, unangepassten Gundermann, der sich auf die Suche nach der Richtigkeit des Erinnerns macht und versucht sich seinem Verdrängung und Vergessen zu stellen. „Ich werde nicht um Verzeihung bitten. Aber mir selbst kann ich nicht verzeihen.“ Andreas Dresen ist einer der klügsten, vielschichtigsten und differenziertesten Filme über die DDR gelungen.